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Personalentwicklung: Das Spiel bestimmt der Inhalt, nicht die Verpackung

Personalentwicklung

Viel zu oft erleben wir, dass Firmen ihre Bewerber und Mitarbeiter nicht nach Leistung und Seriosität beurteilen - sondern nach dem Getöse ihres Auftritts. Wer das Blaue vom Himmel verspricht, hängt die vermeintlich blassen Kollegen ab. Und als "blass" gilt schon, wer ehrlich ist und nicht übertrieben laut. Rhetorik schlägt Redlichkeit.

Jedes zweite Meeting liefert den Beweis: Die häufig klügsten Anmerkungen kommen von Fachkräften, die in der Materie zu Hause sind. Was sie sagen, hat Hand und Fuß. Aber oft beschränken sie sich auf Inhalte, ohne rhetorische Schleife.

Wer einfach nur die (kritische) Wahrheit sagt, gilt schon als Pessimist und Bremse. Wir leben im Zeitalter der Maulhelden: Trommeln verspricht Erfolg, Realismus und Bescheidenheit sind out.

Eine Personalentwicklung nach dem Feuerwehr-Prinzip trägt dazu bei: Wer am lautesten Alarm schlägt, wer sich anpreist und vehement fordert, wird als Erster bedient. Anstelle der erbrachten Leistung wird die versprochene belohnt, anstelle des realen Potenzials das behauptete. Die Selbstverkäufer ergattern weiterführende Jobs, streichen Gehaltserhöhungen ein und steigen in Führungspositionen auf, wo sie nach dem Ähnlichkeitsprinzip befördern. Weitere Selbstverkäufer rücken nach, Verstand und Realismus müssen draußen bleiben.

Schlechte Karten für Mitarbeiter, die dieses Theater nicht mitmachen: die Leisen, die Bescheidenen, die Ehrlichen. Man stülpt ihnen die Bezeichnung "introvertiert" über, als wäre das ein Charaktermangel. Dabei fließt ihre Energie gerade nicht in die Selbstdarstellung - sondern in gute Arbeit. Kluge Firmen wissen: Gemischte Teams, auch Führungsteams, aus lauten und leisen Menschen, sind am erfolgreichsten. Hier ergänzen sich die jeweiligen Stärken und Schwächen.

Wir brauchen wieder eine Unternehmenskultur, in der die Leistung an sich zählt, nicht die Verpackung. In der nach Qualifikation statt nach Rhetorik eingestellt und befördert wird. Eine Kultur, die leise Kritik mehr schätzt als heiße Luft. Arbeit muss an Ergebnissen gemessen werden, nicht an Sprüchen.

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